Baustoffe liefern: Tourenplanung im Baustoffhandel
Baustoffhandel Lieferung planen: Achslasten, Kranfahrzeuge, Anlieferzeiten der Baustelle, Voravis und Liefernachweis vor Ort.
BeeRoutes · 14 Okt 2026 · 5 Min. Lesezeit
Baustoffe auszuliefern hat wenig mit Paketzustellung zu tun. Ein einzelner Auftrag kann mehr wiegen als ein Auto, braucht vielleicht einen Ladekran, und der Empfänger ist oft eine Baustelle, die nur zu bestimmten Zeiten Material annimmt – in einer Straße, in der Lkw nicht immer willkommen sind.
Dieser Leitfaden richtet sich an Baustoffhändler und Baustofflieferanten, die weniger Leerfahrten, weniger verärgerte Anrufe von Bauleitern und pünktlichen Feierabend für ihre Fahrer wollen. Das meiste funktioniert unabhängig davon, ob Sie an der Plantafel, in Excel oder mit einer Software planen.
Das Gewicht entscheidet alles
Bei Baustoffen gilt: Die Nutzlast ist erschöpft, lange bevor die Ladefläche voll ist. Ein paar Paletten Steine, Sackware und etwas Betonstahl reichen, um an die zulässige Grenze zu kommen, während die Pritsche noch halb leer aussieht.
Planen Sie deshalb zuerst nach Gewicht, dann nach Volumen:
- Kennen Sie die echte Nutzlast jedes Fahrzeugs, nicht die Prospektangabe. Kran, Ladebordwand und Ausrüstung gehen davon ab.
- Achten Sie auf die Achslasten, nicht nur auf das Gesamtgewicht. Schlecht verteilte Ladung kann eine Achse überlasten, obwohl das zulässige Gesamtgewicht passt.
- Erfassen Sie Gewichte in den Aufträgen sauber. Fehlen in den Artikelstammdaten die Gewichte, wird geschätzt – und so entstehen überladene Lkw.
- Niemals „nur dieses eine Mal“ überladen. Das ist gefährlich, belastet Reifen und Bremsen und kann bei einer Kontrolle Bußgeld oder Weiterfahrverbot bedeuten.
Bewährt hat sich: Schon bei der Auftragserfassung sieht der Disponent das Gewicht und weiß, welche Fahrzeuge den Auftrag noch aufnehmen können.
Das passende Fahrzeug für jeden Auftrag
Nach „Wie schwer?“ kommt sofort die Frage „Wie kommt die Ware vom Lkw?“. Die üblichen Varianten:
- Kranfahrzeug (Ladekran, z. B. HIAB) für Paletten mit Steinen, Dachziegeln, Betonstahl und alles, was über einen Bauzaun oder aufs Gerüst gehoben werden muss.
- Lkw mit Ladebordwand für Palettenware auf ebenem Untergrund, wenn ein Hubwagen vorhanden ist.
- Pritsche oder Langmaterialfahrzeug für Holz, Rohre und Baustahl, meist mit Stapler oder von Hand entladen.
- Transporter für eilige Kleinaufträge: Befestigungstechnik, Werkzeug, Dichtstoffe.
Hinterlegen Sie bei jedem Auftrag direkt bei der Annahme, was gebraucht wird („Kran“, „Ladebordwand“, „Überlänge“). Steht diese Information nur im Kopf des Mitarbeiters am Telefon, fährt früher oder später das falsche Fahrzeug zur falschen Baustelle.
Anlieferzeiten und Durchfahrtsbeschränkungen
Jede Baustelle hat ihre eigenen Regeln:
- Anlieferzeiten. Viele Baustellen nehmen nur in einem festen Fenster an, etwa von 7:30 bis 9:30 Uhr oder erst nach dem Betonieren.
- Zeitfenster-Buchung. Größere Baustellen arbeiten mit einem Anlieferplan und weisen ungebuchte Lkw ab.
- Verkehrsbeschränkungen. Innerstädtische Baustellen liegen oft in Zonen mit Gewichts- oder Zeitbeschränkungen oder an engen Zufahrten, in denen ein Sattelzug nicht wenden kann.
- Anwohner. Frühe Kraneinsätze führen schnell zu Beschwerden; manche Baustellen haben feste Ruhezeiten.
Speichern Sie diese Angaben pro Kunde und pro Baustelle, nicht pro Firma. Derselbe Bauunternehmer kann eine Baustelle haben, die den ganzen Tag annimmt, und eine andere, die nur bis 9 Uhr Material annimmt.
Ansprechpartner auf der Baustelle und Voravis
Erstaunlich viele gescheiterte Lieferungen haben einen einfachen Grund: Niemand wusste, dass der Lkw kommt. Ein paar Regeln helfen:
- Einen namentlichen Ansprechpartner mit Handynummer für jeden Auftrag erfassen, nicht nur die Büronummer des Bauunternehmens.
- Am Vortag bestätigen bei Kran- und Großlieferungen: Ist die Baustelle offen, gibt es Platz zum Abstützen, ist der Boden tragfähig?
- Am Liefertag ein Ankunftsfenster schicken, damit jemand bereitsteht.
- Der Fahrer ruft bei schwierigen Baustellen 20–30 Minuten vorher an (ein Beispielwert, passen Sie ihn an Ihr Gebiet an).
So erfahren Sie von einer früher geschlossenen Baustelle, bevor der Lkw vom Hof fährt – und nicht erst vor dem verschlossenen Tor.
Realistische Entladezeiten einplanen
Das Entladen auf der Baustelle dauert deutlich länger als eine Paketübergabe. Kran aufbauen, sicheren Abladeplatz finden, Paletten absetzen, Unterschrift holen – das alles kostet Zeit.
Geben Sie jeder Art von Anlieferung eine eigene Standzeit (Entladezeit). Als Beispiel: 10 Minuten für eine kleine Lieferung mit Ladebordwand, 30–45 Minuten für eine komplette Kranentladung. Wer jeden Stopp mit 5 Minuten plant, hat auf dem Papier eine schöne Tour, die am Vormittag in sich zusammenfällt.
Kleine und große Aufträge sinnvoll kombinieren
Gemischte Ladungen sparen Fahrten – aber nur, wenn es passt:
- Kleine Aufträge mit einer großen Lieferung in der Nähe kombinieren, sofern Gewicht und Entladetechnik es zulassen.
- In umgekehrter Lieferreihenfolge laden, damit der Fahrer nicht die Ware der ersten Baustelle abladen muss, um an die zweite zu kommen.
- Den Kran-Lkw nicht mit Kleinkram quer durch die Stadt blockieren. Setzen Sie den Kran dort ein, wo er gebraucht wird.
- Varianten vor der Disposition vergleichen. Manchmal ist ein zusätzlicher Lkw günstiger als Überstunden und Fehlfahrten.
Fehlfahrten vermeiden
Eine gescheiterte Anlieferung auf der Baustelle ist teuer: komplette Hin- und Rückfahrt, ein verlorener Vormittag des Fahrers und oft ein zweiter Kraneinsatz. Die häufigsten Ursachen:
- Baustelle geschlossen oder Tor verschlossen.
- Kein Platz zum Abladen oder Zufahrt durch eine andere Lieferung blockiert.
- Falsches Fahrzeug (kein Kran, Lkw zu lang für die Straße).
- Ankunft außerhalb der Anlieferzeiten.
- Auftrag unvollständig oder falsch kommissioniert.
Das sind fast immer Planungsprobleme, keine Fahrerprobleme. Korrekte Anlieferzeiten, das richtige Fahrzeug, ein Anruf vorab und Barcode-Kontrolle beim Beladen beseitigen den Großteil davon. Scheitert eine Lieferung trotzdem, erfassen Sie den Grund und buchen Sie die Ware sofort zurück ins Lager, damit der Bestand stimmt und der Auftrag neu eingeplant werden kann.
Liefernachweis auf der Baustelle
Auf Baustellen wird Ware oft abgestellt, ohne dass jemand sie annimmt. Vereinbaren Sie mit jedem Kunden, was als zugestellt gilt:
- Ein Foto vom Abstellort, auf dem die Paletten und ein erkennbarer Punkt der Baustelle zu sehen sind.
- Unterschrift und Name, wenn jemand vor Ort ist.
- Notizen zu Besonderheiten: beschädigte Palette, Ware auf Wunsch der Baustelle an anderer Stelle abgestellt.
Das schützt Sie, wenn drei Wochen später jemand fragt, wo die zwanzig Sack Putz geblieben sind.
Paletten, Rücknahmen und Sicherheit
Paletten und Retouren gehören zur Tour, nicht ans Ende des Tages:
- Paletten pro Kunde erfassen, geliefert und abgeholt, damit Pfand und Rückgaben klar sind.
- Rückholungen einplanen auf Touren, die ohnehin an der Baustelle vorbeiführen.
- Sicherheit auf der Baustelle: vorgeschriebene Schutzausrüstung tragen, vor dem Abstützen den Untergrund prüfen, Abstand zu Freileitungen halten und niemals über Personen heben.
- Ladung sichern, bevor der Lkw den Hof verlässt. Lose Steine und ungesichertes Holz sind auf der Straße eine echte Gefahr.
So setzen Sie es mit BeeRoutes um
Mit Disziplin und einer Tabelle lässt sich vieles davon umsetzen – bei mehreren Lkw und Dutzenden Baustellen am Tag wird es aber schnell unübersichtlich. BeeRoutes ist genau für solche Lieferungen gemacht. Die Tourenoptimierung prüft Gewichts- und Volumengrenzen über die gesamte Tour, berücksichtigt die Anlieferzeiten jeder Baustelle und plant Aufträge, die einen Kran oder eine Ladebordwand brauchen, nur auf Fahrzeuge mit dieser Ausstattung. Sie hinterlegen Entladezeiten pro Kunde, Prioritäten, Schichten und Pausen und vergleichen Pläne mit mehr oder weniger Lkw, bevor Sie disponieren.
Fahrer nutzen die App auf jedem Smartphone, scannen Barcodes beim Beladen und erfassen den pro Kunde festgelegten Liefernachweis: Name, Unterschrift und Foto, gespeichert am Auftrag. Kunden erhalten ein einstündiges Lieferfenster per E-Mail oder SMS, und gescheiterte Lieferungen gehen direkt zurück ins Lager. Sehen Sie sich an, wie es für den Baustoffhandel funktioniert, oder starten Sie Ihren kostenlosen Test: 14 Tage, ohne Kreditkarte, danach ab 49 € im Monat für 3 Lkw.